Vielfalt, Kreativität und starke Impulse: Die Fachtage an der Oberwaldschule

Kurz vor dem Ende des Schuljahres tauschten die Schülerinnen und Schüler der Oberwaldschule Grebenhain das klassische Klassenzimmer gegen die freie Natur, digitale Planungsräume, Labore und historische Lernorte. Die diesjährigen Fachtage boten eine fantastische Gelegenheit, in zahlreichen Projekten Brücken zwischen Theorie und Praxis zu schlagen, die Region zu erkunden und wichtige Kompetenzen für die Zukunft zu sammeln. Mit viel Engagement und Forschergeist setzten sich die verschiedenen Jahrgangsstufen mit lebensnahen Themen auseinander.

Ein Blick in die verschiedenen Projektgruppen zeigt das breite und beeindruckende Spektrum der diesjährigen Fachtage:

 Ästhetische Praxis trifft Nachhaltigkeit – Landart im Dialog mit Natur und Zeit (Katrin Schütt & Dan Ju): Aus Blättern, Steinen, Ästen und Moos gestalteten die Jugendlichen in Teamarbeit farbenfrohe Kunstwerke in der Schulumgebung. Die fantasievollen Spiralen, Muster und Figuren fügten sich harmonisch in die Umgebung ein. Neben der handwerklichen Praxis förderte das Projekt das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und die Vergänglichkeit von Naturkunst.

 Seen als Teil des Ökosystems (Fr. Krug & Fr. Schneider-Berthold): Das gemeinsame Naturerlebnis im Vogelsberg stand im Mittelpunkt dieses ökologischen Projekts. Die Teilnehmenden erwanderten an drei Tagen die regionale Seenlandschaft vom Nieder-Mooser See über den Rothenbachteich bis zum Katzenteich. Dabei erforschten sie Flora und Fauna aus nächster Nähe und lernten die Gewässer als sensible Lebensräume kennen.

 Life Skills – Kompetenzen für den Alltag (Fr. Burzak): Hier wurden den Jugendlichen wichtige Fähigkeiten abseits des regulären Lehrplans vermittelt, wie der kluge Umgang mit Geld und Strategien zur Stressbewältigung. Neben kritischem Denken in der digitalen Welt stand die Stärkung des Selbstvertrauens im Fokus. Ein besonderes Highlight war das angeleitete Waldbaden im Oberwald, bei dem Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen für den Alltag erprobt wurden.

 Sportpsychologie im Schulalltag! (Fr. Hiebel & Fr. Makuth): Dieses Projekt verband sportliche Aktivität perfekt mit mentaler Stärke. Nach einem rekordverdächtig schnellen Aufstieg zum Kletterwald Hoherodskopf wurden am Folgetag im Klassenzimmer typische Hürden wie Prüfungsangst und Blackouts analysiert. Mit konkreten Lösungsstrategien im Gepäck ging es am Mittwoch in die Boulderhalle nach Fulda, um das Setzen und Erreichen persönlicher Ziele praktisch zu erproben.

 Schulprojekt „Experiminta“ (Hr. Zimmermann): Die Kinder erforschten eigenständig faszinierende physikalische und chemische Phänomene aus unserem Alltag wie den Backpulvervulkan oder den CO₂-Feuerlöscher. Den absoluten Höhepunkt bildete eine Exkursion nach Frankfurt in das Science Center Experiminta, wo an interaktiven Stationen nach Herzenslust geforscht werden durfte. Zum Abschluss erstellten die Gruppen anschauliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen für ihre Versuche.

 Cinema Lab – Be a Critic! (Fr. Necheporenko): Für die Jahrgangsstufen 7 und 8 stand die kritische Medienanalyse im Vordergrund. Nach einem gemeinsamen Kinobesuch setzten sich die Jugendlichen intensiv mit einem englischsprachigen Spielfilm auseinander und verfassten eigene, fundierte Rezensionen in englischer Sprache. Das abwechslungsreiche Programm verband Sprachförderung und Medienkompetenz auf motivierende Weise.

 Codename Comic (Fr. Hüser): In diesem Projekt tauchten die Teilnehmenden tief in die kreative Welt des visuellen Erzählens ein. Passend zum Thema „Insekten“ entwickelten die Jugendlichen eigene, fantasievolle Charaktere und spannende Handlungsstränge. Mithilfe von Storyboards, klassischen Panels und Sprechblasen lernten sie die gestalterischen Grundlagen des Comiczeichnens kennen.

 Zeichnen was du siehst – Natur als Atelier: Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Umgebung der Schule und die freie Natur als direkte Inspirationsquelle, um ihre visuelle Wahrnehmung zu schulen. Durch die genaue Beobachtung von Formen, Licht und Schatten entstanden beeindruckende Skizzen direkt vor Ort. Das Projekt stärkte sowohl die künstlerischen Fähigkeiten als auch den wertschätzenden Blick auf unsere Umwelt.

 Mobilität im Vogelsberg im Wandel – verstehen, planen, Zukunft gestalten (Hr. Schell & Hr. Roth): Mithilfe der computergestützten Simulation OpenTTD planten die Jugendlichen eigene Verkehrsnetze im ländlichen Raum und banden Dörfer und Wirtschaftsstandorte an. Sie lernten spielerisch, wie wichtig das Ausbalancieren von wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Interessen ist. Die Simulation ermöglichte es, eigene Planungsentscheidungen direkt auf ihre Nachhaltigkeit hin zu analysieren.

 Auf den Spuren der deutschen Teilung – Exkursion nach Point Alpha (Fr. Alt): Eine historisch-politische Exkursion führte die Gruppe zur Gedenkstätte Point Alpha. Bei einer Führung entlang des ehemaligen Grenzzauns, des Minenstreifens und durch das US-Camp wurde die Zeit des Kalten Krieges eindringlich veranschaulicht. Die originale Kulisse machte die jüngere deutsche Geschichte sowie die Tragweite der Wiedervereinigung für die Jugendlichen greifbar.

Die Fachtage haben einmal mehr gezeigt, wie viel Potenzial, Neugier und Teamgeist in unserer Schulgemeinschaft stecken. Mit dem erfolgreichen Abschluss dieser ereignisreichen Tage, der Übergabe der Zeugnisse am Folgetag und dem offiziellen Ende des Schuljahres verabschiedet sich die gesamte Oberwaldschule Grebenhain in die wohlverdienten Sommerferien. 

Wir wünschen allen Schülerinnen und Schülern, ihren Familien sowie dem gesamten Kollegium eine erholsame, sonnige und unvergessliche Ferienzeit!